Bericht zum Austausch in Triesdorf vom 3.Mai bis 9.Mai 2026
Bereits seit sehr vielen Jahre besuchen Berufsschüler des Lycée Agricole aus St. Yrieix die agrarwirtschaftliche Außenstelle des BSZ Ansbach-Triesdorf am Standort Triesdorf. Die Schüler und Schülerinnen kamen diesmal aus den beiden Ausbildungsrichtungen Landwirtschaft und Fachkraft Agrarservice. Begleitet wurden die 35 Schüler und Schülerinnen von 4 Lehrkräften.
Als dauerhafte Dolmetscher stand Herr Pit Dichter zur Verfügung, als weitere Dolmetscher standen am Dienstag Frau Jana Steinhoff, am Donnerstag Anette Schmid vom FEL und am Freitag nochmal Jana Steinhoff zur Verfügung. Dies war sehr wichtig, da durch die sehr große Anzahl von französischen Gästen bei vielen Programmpunkten eine Gruppenteilung nötig war. Am Freitag zum Empfang beim Regierungspräsidenten Forster dolmetschte Frau Kerscher, angestellt bei Bezirk Mittelfranken. Die französische Gruppe erwiderte den Besuch von unseren Schülern aus dem Bereichen Landwirtschaft, Fachkraft Agrarservice und Milchwirtschaft, die im März im Limousin waren.
Der gegenseitige Austausch innerhalb von wenigen Wochen bewährt sich jedes Jahr aufs Neue. Gerade im Bereich der Agrarwirtschaft mit seinem sehr hohen Anteil an europäischen Regelungen ist es wichtig, sein Berufsfeld auch in anderen Ländern zu erfahren. Dank der Förderung durch den Bezirk Mittelfranken und des Deutsch-Französischen Jugendwerkes ist dieser Schüleraustausch zwischen den beiden beruflichen Schulen auch finanziell für die Schüler möglich. Da unsere Schüler während der Ausbildung in der Regel auswärts untergebracht sind, ist das verfügbare Einkommen in dieser Zeit doch recht gering.
Die Grundlage für das Programm liefert immer die Arbeitssitzung der beteiligten Lehrkräfte, die bei jedem Austausch eingeplant wird. Daraus haben die deutschen Schüler unseres BGJ-Agrarwirtschaft, unter Leitung von ihrem Klassenlehrer Stefan Weik zusammen mit Waldemar Hein für ihre Gäste ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Die Schüler des BGJ haben im kommenden Schuljahr die Möglichkeit mit nach Frankreich zu fahren. Für diese Besuchswoche haben sie als Projekt mehrere Präsentationen vorbereitet, in denen die Ausbildung, die Region und auch einige typische mittelfränkische Familienbetriebe vorgestellt wurden. Das BGJ hat die französische Gruppe auch am Dienstag auf 3 BGJ-Betrieben begleitet, genauso wie am Donnerstag, als gemeinsam die Firma Horsch in Schwandorf und am Nachmittag dann die Gutsverwaltung Wolfring, ein Ökobetrieb mit 370 ha landw. Fläche. Diese gemeinsame Besichtigung von landwirtschaftlichen Betrieben, da das Kennenlernen der Arbeitswelt im Nachbarland als Hauptziel des Austausches darstellt, bietet den deutschen und französischen Schülern auch die Plattform die jeweils andere Gruppe zwanglos kennen zu lernen.
Am Montag, 3.5.26 begann Fabian Gottas, Außenstellenleiter in Triesdorf, den Schulstandort Triesdorf anhand einer Präsentation sehr detailliert und anschaulich zu erklären, danach waren die landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf mit ihrer historischen Entstehung, der Landmaschinenschule, Tierhaltung und Energiezentrum fest in das Programm integriert. Herr Heinz führte in hervorragender Weise die Gruppe mehrstündig über das Gelände. Großes Interesse fand auch die Besichtigung der neu erstellten Gebäude des FEL mit ihren großdimensionierten Hallen. Da in unserer Partnerschule der Obstanbau auch eine wichtige Rolle spielt statteten wir danach dem Promoretum einen Besuch ab. Hier erklärte Herr Steiger die wichtigsten Aufgaben des Promoretums anhand der verschiedenen Bereiche. Beindruckt von der Sortenvielfalt diskutierte die Gruppe bei einer Apfelsaftverkostung noch das eine oder andere Detail. Die ersten Wiedersehensfreuden mit Teilnehmern unserer Exkursion nach Frankreich gab es dann bereits in der Mensa bei gemeinsamen Mittagessen. Hier wurde dann schon das gemeinsame Abendprogramm jenseits des offiziellen Teils besprochen.
Am Dienstag, 4.5.26 starteten wir unser gemeinsames Programm mit einem Besuch unserer Berufsschule in Ansbach. Hier führten die BGJ-Schüler die Klasse durch das Schulgebäude und im Anschluss wurden dann anhand verschiedener Präsentationen der Schüler das duales Ausbildungssystem in Deutschland anschaulich erklärt. Im Anschluss daran starteten das BGJ und die französische Gruppe gemeinsam Ihre Besichtigungstour durch 2 verschiedene BGJ-Betriebe. Wir starteten unsere Tour beim Betrieb Keller in Ohrenbach. Hier bekamen wir Einblicke in eine Gemeinschaftsbiogasanlage, eine sehr vielseitige Maschinengemeinschaft und dem Milchviehstall. Über die Mittagszeit grillten dann die Lehrkräfte und einige deutsche und französische Schüler für die stattliche Gruppe von 88 Personen. Während der Mittagszeit begannen dann die ersten Spielstationen in gemischten Gruppen. Diese gemeinsame Zeit nutzten dann viele Azubis zum gemeinsamen Kennenlernen. Trotz sprachlicher Barrieren gelang dies sehr gut und die Atmosphäre wurde zunehmend gelassener. Den Einkauf des Grillgute und der Getränke für eine gemeinsames Mittagessen organisierte das BGJ für die ganze Gruppe von insgesamt doch fast 90 Personen. Im Nachmittag besuchten wir dann noch den landw.Betrieb Ettmeyer mit Biogasanlage, Milchvieh und Direktvermarktung. Hier wurden wir dann auch wieder unter Beteiligung des BGJ in verschiedenen Gruppen durch den Betrieb geführt. Nach getaner Arbeit wurden hier dann die 2. Runde gemeinsamer Spiele durchgeführt. Selbst ein kurzer Regenschauer hat dem Spaß keinen Abbruch beschert, kurzerhand wurden die Spiele in die Maschinenhallen des Betriebes verlegt. Das Highlight war dann das Abendessen auf dem Betrieb. Die BGJ-Schüler hatten Familienpizzen und alkoholfreie Getränke organsiert, so dass wir dann noch einige Zeit in froher Runde zusammensaßen. Gegen 20 Uhr ging dann ein sehr eindrucksvoller und gelungener Tag zu Ende. Hier möchte ich Stefan Weik für die hervorragende Organisation und den 2 Betrieben für den wunderbaren Tag danken. Die sportlichen Aktivitäten am ersten Tag auf beiden besuchten Betrieben legten die Grundlage dafür, dass der Kontakt zwischen deutschen und französischen Schülern trotz der Sprachschwierigkeiten im Laufe der Woche immer besser wurde. Ein Grund für den guten Kontakt zwischen den deutschen und den französischen Schülern ist natürlich auch die Unterbringung der französischen Gäste in den Internatsgebäuden in Triesdorf. Vom neuen Schülerwohnheim und seinen Möglichkeiten, besonders auch im Freizeitbereich, waren unsere Gäste begeistert. Es war schön zu erleben, dass auch unsere Schüler, die nicht direkt am Austausch beteiligt waren, sich mit viel Engagement einbrachten.
Der Mittwoch 5.5.26begann nach dem Frühstück mit der Busfahrt ins Dokuzentrum nach Nürnberg, wo wir in zwei Gruppen durch 1 französisch sprechende Führer und durch den Dolmetscher Pit Dichter durch das Gelände geführt wurden. Bei dem mehrstündigen Rundgang konnte man die wahnwitzigen Ideen und Gedanken der damaligen Naziherrschaft spüren. Alle waren sich einig, dass solche Dinge nie mehr passieren dürfen. Genau ist auch die Aufgabe des Dokuzentrums. Anschließend fuhren wir weiter zum Kürbishof Schnell nach Neppersreuth bei Kammerstein. Bei der Betriebsführung sahen wir die Produktionsabschnitte zum Anbau, der Ernte und der Verarbeitung der Kürbisse bis zur Ölproduktion. Herr Schnell gab uns ebenfalls einen Eindruck über die Hofentwicklung der letzten Jahrzehnte. Im Anschluss konnten die Schüler noch in den Hofladen und dort die verschiedensten Produkte sehen und zum Teil auch probieren. Zum Abschluss konnten wir dann noch ein Vesper Buffett im wunderschönen Veranstaltungsraum genießen.
Am Donnerstag, 7.5.26 fuhren wir sehr früh zur Firma Horsch, Landmaschinehersteller, in Schwandorf los. Vor Ort angekommen bekam die ganze Gruppe über die beindruckende Entwicklung von Horsch, immer orientiert an pflanzenbaulichen und technischen Herausforderungen aus der Praxis. Im Anschluss wurde dann eine gemeinsame Führung durch Entwicklung, Fertigung, Qualtitästkontrolle und schließlich Auslieferung der hochtechnisierten Maschinen durchgeführt. Beindruckt von all der Komplexität und Professionalität gingen wir dann zum gemeinsamen Mittagessen mit dem BGJ. Hier hatten dann alle Teilnehmer die Möglichkeit mit dem sehr fachkundigen Werksführer weitere Fragen zu besprechen. Zum Abschluss gab es dann noch ein gemeinsames Gruppenbild als Erinnerung. Im Nachmittag besuchten wir dann den großen Ackerbaubetrieb der Familie zu Eltz in Wolfring. Hier sahen wir eine sehr individuell konzipierte Biogasanlage mit einem großen Nahwärmenetz. Außerdem betreibt die Familie zu Eltz in Zusammenarbeit mit der Kommune einen großen Kompostplatz. Der anfallende Kompost wird dann mit separiertem Gärrest gemischt und als Dünger auf die Ackerflächen des Betriebes als Dünger ausgebracht. Der Ackerbau wird als Ökobetrieb geführt und kann deshalb diesen Dünger sehr gut verwerten. Ferdinand zu Eltz erklärte uns ausführlich seine Strategie im Ackerbau, wie er z. Bsp. durch die Umstellung auf Öko seine Pflanzen gesünder durchs Jahr bringt und letztendlich dadurch weniger Arbeit hat. Insgesamt ist für Ihn der Ökoackerbau ein Erfolgsmodell für seinen Betrieb.
Am Freitag, 8.5.26 ließen wir die Austauschwoche vormittags mit einem Besuch im Bezirksrathaus ausklingen. Bezirkstagspräsident Forster empfing uns als Gruppe persönlich. Herr Forster erklärte die Gruppe die vielfältigen Aufgaben des Bezirkes, weiterhin würdigte in seiner Ansprache den Austausch als gelungene Jahrzehnte langes Projekt zum Wohle der jungen Erwachsenen. Er lies keinen Zweifel dran, dass gerade in der momentanen weltpolitischen Lage solche Möglichkeiten der Begegnung für das gegenseitige Verständnis von sehr hoher Bedeutung und Wichtigkeit sind. Im Spätnachmittag konnte die Gruppe dann noch eigenständig die Innenstadt von Ansbach erkunden und das eine oder andere Mitbringsel für ihre Familien daheim kaufen. Hier übersetzte Frau Kerscher fachkundig die Worte vom Bezirstagspräsidenten. Im Anschluss besuchten wir den Betrieb Schneider in Petersaurach mit den Schwerpunkten Biogas, Schweinemast, Hofladen, Catering und eigenes Schlachthaus. In zwei Gruppen wurden wir dann fachkundig durch den ganzen Betrieb geführt. Beeindruckt von der Vielfalt und dem persönlichen Engagement der ganzen Familie genossen wir dann noch ein wunderbares Mittagessen, extra für uns gekocht und in der Maschinehalle aufgebaut. Im Nachmittag konnte die Gruppe dann noch eigenständig die Innenstadt von Ansbach erkunden und das eine oder andere Mitbringsel für ihre Familien daheim kaufen. Da wir abends nach dem regulären Mensabetrieb zurück nach Triesdorf kamen hatten wir für ein gemeinsames Abendessen Lunchpakete bekommen, welche wir dann in einem großen Klassenzimmer gemeinsam in lustiger Runde genossen. Die Abende und auch die längeren Busfahrten wurden von den beteiligten Lehrkräften und Betreuer zu einer rückblickenden Auswertung dieser Begegnung und einer Programmdiskussion für den Austausch im nächsten Schuljahr genutzt. Ein gemeinsames Abendessen im Gasthaus Sammeth am Freitagabend wurde zum regen Austausch untereinander genutzt. Hier wurden die Besuchsterminen 2027 abgestimmt und die ersten Programmschwerpunkte festgelegt.
Am Samstag, 9.5.26 wurden dann früh morgens die Zimmer geräumt. Frau Beate Schulz und Pit Dichter standen , wie so oft parat hier die nötige Unterstützung zu leisten. Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück startete die französische Gruppe nun mit vielen Eindrücken aus Mittelfranken ihre Rückreise. Alle Lehrkräfte stehen voll hinter diesem Austausch und möchten ihn noch sehr lange fortsetzen. Dafür nehmen wir auch die recht lange Busfahrt jedes Jahr in Kauf. Wie immer verging diese Woche sehr schnell und alle Beteiligten freuen sich schon auf die nächste Austauschrunde im Jahr 2027.
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