Ein Baum sagt mehr als tausend Worte
Lehrfahrten der L12 a,b und c nach Pappenheim
Im Lernfeld „Wald bewirtschaften“ heißt es: Die Schüler „werden sich der Bedeutung des Waldes für Natur und Gesellschaft bewusst und übernehmen Verantwortung für dessen Erhalt für künftige Generationen“. Nach dem Motto, dass ein echter Baum draußen mehr sagt als tausend Worte bzw. Erklärungen drinnen im Klassenzimmer, begaben sich die drei 12. Klassen der Landwirtschaft auf den Weg von Triesdorf – entlang des Baumlehrpfades – in Richtung Pappenheim. Ausgestattet mit Klemmbrett und Arbeitsblättern konnten im Herbst noch rechtzeitig vor dem Laubfall alle relevanten Baumarten vor Ort meist sogar mit entsprechenden Fruchtständen dokumentiert werden.
Im Pappenheimer Natur- und Jagdmuseum wird die Bedeutung des Waldes für die Natur unter anderem dadurch veranschaulicht, dass man hier die heimische Flora in Form von Moosen und Farnen und vor allem die Fauna in perfekt ausgestellten Präparaten zu Gesicht bekommt und zusätzlich bei sehr vielen Tierarten auf Knopfdruck die entsprechenden Laute hören kann. Bei der unglaublichen Vielfalt an hier ansässigem Wild, angefangen beim großen Schalenwild über das sogenannte Haarraubwild bis hin zu Hasen und Nagetieren wird der Wald als Lebensraum und Rückzugsort für diese Arten eindrücklich vor Augen geführt. Erwähnenswert sind auch die Schaukästen mit unterschiedlichsten Insekten, die sich im Wald finden und in ihrer Gesamtheit für ein intaktes Ökosystem sorgen. Natürlich waren hier auch die bei Landwirten unbeliebten Borkenkäfer ausgestellt, die es gerade in Zeiten zunehmender Trockenheit und langer Hitzeperioden in ihrem Bestand zu regulieren bzw. dezimieren gilt. Doch auch Schwamm- oder Eichenprozessionsspinner haben ihren Platz im Museum gefunden, die nicht nur im Wald, sondern auch in öffentlichen Anlagen oder Spielplätzen eine immer größer werdende Problematik darstellen, der es sich zu stellen gilt, um gesundheitliche Gefährdungen der Bevölkerung durch z.B. Brennhaare dieser Raupen zu minimieren.
Landwirte haben ein ureigenes Interesse daran, dass ein massenhaftes Vorkommen von Schädlingen in ihren Wäldern vermieden wird. Durch den fortschreitenden Umbau hin zu stabilen Mischwäldern leisten sie einen Beitrag dazu, dass das Ökosystem Wald nachhaltig erhalten bleibt. Die Kooperation mit Jägern spielt hier eine große Rolle. Da laut bayerischem Waldgesetz Gott sei Dank immer noch der Grundsatz „Wald vor Wild“ gilt, ist es geboten, dass z.B. das Reh im Wald so gehegt wird, dass sich Wald ohne kostspielige Zäune natürlich verjüngen kann. Auch die „klassische“ Landwirtschaft profitiert davon, dass bestimmte „Schädlinge“ z.B. für Weidetiere, die auch den Wald als Rückzugsort nutzen, eingedämmt werden. In diesem Sinne bleibt zu hoffen, dass das Pappenheimer Natur- und Jagdmuseum baldmöglichst um ein bisher fehlendes Präparat ergänzt wird... den Wolf.
Text + Bild: Markus Diepold, StR
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