Bereits seit sehr vielen Jahre besuchen Berufsschüler des Lycée Agricole aus St. Yrieix die agrarwirtschaftliche Außenstelle des BSZ Ansbach-Triesdorf am Standort Triesdorf.
Bereits seit sehr vielen Jahre besuchen Berufsschüler des Lycée Agricole aus St. Yrieix die agrarwirtschaftliche Außenstelle des BSZ Ansbach-Triesdorf am Standort Triesdorf. Die Schüler und Schülerinnen kamen diesmal aus den beiden Ausbildungsrichtungen Landwirtschaft und Fachkraft Agrarservice. Begleitet wurden die 35 Schüler und Schülerinnen von 4 Lehrkräften.
Als dauerhafte Dolmetscher stand Herr Pit Dichter zur Verfügung. Als weitere Dolmetscher standen am Montag beim gemeinsamen Tag in Triesdorf in den Lehranstalten und am Freitag am Empfang beim Regierungspräsidenten Forster Frau Feja von der Regierung zur Verfügung, Die französische Gruppe erwiderte den Besuch von unseren Schülern aus dem Bereichen Landwirtschaft, Fachkraft Agrarservice und Milchwirtschaft, die im März im Limousine waren. Der gegenseitige Austausch innerhalb von wenigen Wochen bewährt sich jedes Jahr aufs Neue.
Gerade im Bereich der Agrarwirtschaft mit seinem sehr hohen Anteil an europäischen Regelungen ist es wichtig, sein Berufsfeld auch in anderen Ländern zu erfahren. Dank der Förderung durch den Bezirk Mittelfranken und des Deutsch-Französischen Jugendwerkes ist dieser Schüleraustausch zwischen den beiden beruflichen Schulen auch finanziell für die Schüler möglich. Da unsere Schüler während der Ausbildung in der Regel auswärts untergebracht sind, ist das verfügbare Einkommen in dieser Zeit doch recht gering.
Die Grundlage für das Programm liefert immer die Arbeitssitzung der beteiligten Lehrkräfte, die bei jedem Austausch eingeplant wird. Daraus haben die deutschen Schüler unseres BGJ-Agrar-wirtschaft, unter Leitung von ihrem Klassenlehrer Stefan Weik zusammen mit Waldemar Hein für ihre Gäste ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Die Schüler des BGJ haben im kommenden Schuljahr die Möglichkeit mit nach Frankreich zu fahren. Für diese Besuchswoche haben sie als Projekt mehrere Präsentationen vorbereitet, in denen die Ausbildung, die Region und auch einige typische mittelfränkische Familienbetriebe vorgestellt wurden. Das BGJ hat die französische Gruppe auch am Montag auf 3 BGJ-Betrieben begleitet, genauso wie am Mittwoch, als gemeinsam die Firma Horsch in Schwandorf und am Nachmittag dann die Privatmolkerei Bechtel in Schwarzenberg besucht wurde.
Am Donnerstag waren dann unsere französischen Gäste zusammen mit der L 12 c auf einem Schweinebetrieb mit sehr hohem Tierwohllevel und auf einer, für die Gegend unüblichen, Bisonranch zu Besuch. Diese gemeinsame Besichtigung von landwirtschaftlichen Betrieben, da das Kennenlernen der Arbeitswelt im Nachbarland als Hauptziel des Austausches darstellt, bietet den deutschen und französischen Schülern auch die Plattform die jeweils andere Gruppe zwanglos kennen zu lernen.
Am Montag, 19.5.25 begann Julie Hoppe den Schulstandort Triesdorf anhand einer Präsentation sehr detailliert und anschaulich zu erklären, danach waren die landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf mit ihrer historischen Entstehung, der Landmaschinenschule, Tierhaltung und Energiezentrum fest in das Programm integriert. Herr Heinz führte in hervorragender Weise die Gruppe mehrstündig über das Gelände. Großes Interesse fand auch die Besichtigung der neu erstellten Gebäude des FEL mit ihren großdimensionierten Hallen. Da in unserer Partnerschule die Schafhaltung auch eine wichtige Rolle spielt statteten wir danach der Triesdorfer Schäferei einen Besuch ab. Hier erklärte uns Frau Smietana die wichtigsten Aufgaben der Triesdorfer Schäferei anhand der verschiedenen Bereiche. Beindruckt von der Züchtung diskutierte die Gruppe noch das eine oder andere Detail.
Am Dienstag, 20.05.25 starteten wir unser gemeinsames Programm mit einem Besuch unserer Berufsschule in Ansbach. Hier führten die BGJ-Schüler die Klasse durch das Schulgebäude und im Anschluss wurden dann anhand verschiedener Präsentationen der Schüler das duales Ausbildungssystem in Deutschland anschaulich erklärt. Im Anschluss daran starteten das BGJ und die französische Gruppe gemeinsam Ihre Besichtigungstour durch 3 verschiedene BGJ-Betriebe. Wir starteten unsere Tour beim Betrieb Weber in Oberhard. Er verarbeitet Teile seiner erzeugten Milch in einer hofeigenen Käserei. Danach besichtigten wir ebenfalls in Oberhard die Pensionspferdehaltung der Familie Kolb. Den Einkauf des Grillgute und der Getränke für eine gemeinsames Mittagessen organisierte das BGJ für die ganze Gruppe von insgesamt doch fast 70 Personen. Herr Weik und Herr Hein grillten dann auf 2 großen Grills für die ganze Gruppe. Vom Steak über Grillkäse bis zum Falafelburger war das an Angebot sehr vielfältig. Das gemeinsame Mittagessen nutzten dann viele Azubis zum gemeinsamen Kennenlernen. Trotz sprachlicher Barrieren gelang dies sehr gut.
Am Nachmittag besuchten wir dann noch den Milchviehbetrieb Bühler in Sommerau. Hier wurde uns neben der Führung auch der Melkroboter ausführlich erklärt. Familie Bühler baute dann zusammen mit Schülern noch einige Gelände und Geschicklichkeitsspiele auf, die wir dann an 7 Stationen in deutsch/französischen Gruppen durchführten. Das Highlight war dann das Abendessen auf dem Betrieb. Die Familie bewirtete uns alle mit selbstgemachten Pizzen und mehreren großen Salatschüsseln. Gegen 20 Uhr ging dann ein sehr eindrucksvoller und gelungener Tag zu Ende. Hier möchte ich Stefan Weik für die hervorragende Organisation und den 3 Betrieben für den wunderbaren Tag danken. Die sportlichen Aktivitäten am ersten Tag legten die Grundlage dafür, dass der Kontakt zwischen deutschen und französischen Schülern trotz der Sprachschwierigkeiten im Laufe der Woche immer besser wurde. Ein Grund für den guten Kontakt zwischen den deutschen und den französischen Schülern ist natürlich auch die Unterbringung der französischen Gäste in den Internatsgebäuden in Triesdorf. Vom neuen Schülerwohnheim und seinen Möglichkeiten, besonders auch im Freizeitbereich, waren unsere Gäste begeistert. Es war schön zu erleben, dass auch unsere Schüler, die nicht direkt am Austausch beteiligt waren, sich mit viel Engagement einbrachten.
Am Mittwoch 21.05. 25 waren wir gemeinsam mit dem BGJ-Landwirtschaft unseren Tagesausflug zur Privatmolkerei Bechtel und der Landmaschinenfirma Horsch in Schwandorf. Ziel war es, wirtschaftliche Einblicke zu gewinnen und den interkulturellen Austausch zu fördern. Die beiden Gruppen reisten in separaten Bussen und besichtigten die Unternehmen zeitlich versetzt. Wir starteten den Tag mit der Führung durch die Molkerei Bechtel in Schwarzenfeld. Das Unternehmen gehört zu den größten privaten Molkereien in Bayern und verarbeitet täglich große Mengen an Milch zu Produkten wie Trinkmilch, Butter und Sahne. Während der Führung konnten wir die Abläufe vom Wareneingang bis zur Verpackung nachvollziehen. Besonders beeindruckend war die moderne, automatisierte Technik und die strengen Hygienestandards. Zur gleichen Zeit besichtigte die französische Gruppe die Firma Horsch in Schwandorf, die auf moderne Landtechnik spezialisiert ist. Das Unternehmen entwickelt und produziert Maschinen zur Bodenbearbeitung, Sätechnik und zum Pflanzenschutz.
Um 12:30 Uhr trafen wir uns bei Horsch zum gemeinsamen Mittagessen mit den französischen Schülern. Dabei konnten wir uns austauschen und die bisher gesammelten Eindrücke besprechen. Die Begegnung war für beide Seiten eine bereichernde Erfahrung. Nach dem Mittagessen hatte das BGJ eine Führung bei der Firma Horsch. Dort erhielten wir Einblicke in die Konstruktion und Herstellung von Landmaschinen sowie in die internationale Ausrichtung des Unternehmens. Die französische Gruppe fuhr währenddessen zur Molkerei Bechtel.
Der Tag war für uns sehr lehrreich. Wir konnten nicht nur zwei unterschiedliche Branchen kennenlernen, sondern auch unsere sozialen und sprachlichen Fähigkeiten im Kontakt mit den französischen Gästen stärken. Die Kombination aus Betriebsbesichtigung und Austausch machte den Tag zu einer wertvollen Erfahrung.
Am Donnerstag, 22.05.25 startete dann die französische Gruppe zusammen mit der L 12 c von Triesdorf aus zum Schweinehaltenden Betrieb Baureis und zur Bisonfarm der Familie Humpfer in Standorf. Der Landwehrhof Baureis in Standorf ist ein Schweinehalter im geschlossenen System. Von 2016 bis heute wurde sowohl die Mastschweinehaltung als auch in den letzten Jahren die komplette Sauenhaltung auf das Edeka Programm Hofglück ausgerichtet.
Zuerst wurde uns über den Besucherraum der Maststall gezeigt, der 2016 gebaut wurde und auf Haltungsstufe 4 ausgelegt ist. Dies bedeutet sehr hohes Platzangebot für das einzelne Tier, Verzicht auf Spaltenboden, Verzicht auf Schwanz kupieren, verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten und die Möglichkeit für die Schweine zwischen der Auswahl verschiedener Klimazonen wie der Frischluftbereich außerhalb des Stalles, der lediglich überdacht ist und im Innenbereich einen Kotplatz mit wenig Einstreu und einen Warmbereich mit viel Einstreu der hauptsächlich als Schlafplatz dienen sollte. Der Stall ist mit einem automatischen Einstreu Roboter ausgestattet, welcher an einer Schiene durch den Stall fahren kann und mehrmals täglich entstaubtes Stroh in die Buchten bringt. Zusätzlich ist die Fütterung auch automatisiert und es können während des Wachstumsverlaufes des Schweines bis auf 9 verschiedene Futterrationen gefüttert werden, um immer die perfekte Versorgung für das Tier zu gewährleisten.
Der größte Arbeitsaufwand ist das Ausmisten, was im Kot bzw. Außenbereich 2-mal die Woche gemacht wird und der Innenbereich alle 2-3 Wochen, um auch diesen frisch und trocken zu halten. Seit 2020 wurde der Bau des neuen Zuchtsauen Stalles geplant und umgesetzt., der dieses Jahr in Benutzung genommen wurde. Besonders ist hierbei die freie Abferkelung ohne Ferkelschutzkorb im Abferkelbereich.
Der Mehraufwand dieser Systeme wird durch das Programm Hofglück getragen. Der Betrieb ist jetzt schon im zweiten 10 Jahresvertrag mit einer Festpreisgarantie für die Mastschweine. Für Familie Baureis ist diese Tierhaltung zukunftsfähig.
Darauffolgend war eine Führung über die Weidegründe der Humpfer Ranch, auf welchen Bisons gehalten werden. Auf diesem Betreib wird mit einer Biogasanlage, einer auslaufende Milchviehherde mit Milch/Eis Automat und die Haltung und Vermarktung von Bisons das Geld verdient. Das Hauptaugenmerk der Ausführungen des Betriebsleiters lag darauf uns zu vermitteln, wie der Weg von einer Idee bis zur Umsetzung im Betrieb ausgesehen hat. Welche Hürden und Probleme er durch Bürokratie meistern musste. Außerdem erklärte er uns die Umsetzung und die Hintergründe des Bisonlehrpfades. Auf diesem Lehrpfad können sich Interessenten ohne Begleitung durch Betriebsangehörige informieren und auch im Nachgang einzelne Produkte im automatisierten Hofladen erwerben. Vermarktet wird das Bisonfleisch ab Hof per Direktvermarktung auf Bestellungen. Dies läuft sehr gut und die Nachfrage ist sehr groß.
Im Anschluss kosten wir noch die Bisonhotdogs und saßen in der eigens gebauten Westernhütte gemütlich beisammen.
Am Nachmittag hatten wir noch eine 2 h stündige Stadtführung in Rothenburg und die Schüler/innen konnten danach noch die Stadt eigenständig erkunden, bevor es dann am Abend zurück nach Triesdorf ging
Am Freitag, 23.05.25 ließen wir die Austauschwoche vormittags mit einem Besuch im Bezirksrathaus ausklingen. Bezirkstagspräsident Forster empfing uns als Gruppe persönlich. Herr Forster erklärte die Gruppe die vielfältigen Aufgaben des Bezirkes, weiterhin würdigte in seiner Ansprache den Austausch als gelungene Jahrzehnte langes Projekt zum Wohle der jungen Erwachsenen. Er ließ keinen Zweifel dran, dass gerade in der momentanen weltpolitischen Lage solche Möglichkeiten der Begegnung für das gegenseitige Verständnis von sehr hoher Bedeutung und Wichtigkeit sind. Im Spätnachmittag konnte die Gruppe dann noch eigenständig die Innenstadt von Ansbach erkunden und das eine oder andere Mitbringsel für ihre Familien daheim kaufen. Im Nachmittag besuchten wir dann noch den Betrieb Blumenstock in Kleinallmersbach. Der Betrieb umfasst neben Bullenmast, Ferkelerzeugung und Schweinemast auch noch eine große Biogasanlage mit mehreren Fernwärmenetzen. Der Betrieb wird von 2 Brüdern und dem Vater zusammen mit ihren Familien geführt. Markus Blumenstock führte uns sehr fachkundig durch die verschiedenen Bereiche und erläuterte auch anschaulich die sozialen Vorteile, aber auch Herausforderungen ihres Betriebskonstruktes Da wir abends nach dem regulären Mensabetrieb zurück nach Triesdorf kamen hatten wir für ein gemeinsames Abendessen Lunchpakete bekommen, welche wir dann in einem großen Klassenzimmer gemeinsam in lustiger Runde genossen.
Die Abende und auch die längeren Busfahrten wurden von den beteiligten Lehrkräften und Betreuer zu einer rückblickenden Auswertung dieser Begegnung und einer Programmdiskussion für den Austausch im nächsten Schuljahr genutzt. Ein gemeinsames Abendessen im Gasthaus Sammeth am Freitagabend wurde zum regen Austausch untereinander genutzt. Hier wurden die Besuchsterminen 2026 abgestimmt und die ersten Programmschwerpunkte festgelegt.
Am Samstag, 24.05.25 wurden dann früh morgens die Zimmer geräumt. Frau Beate Schulz stand , wie so oft parat hier die nötige Unterstützung zu leisten. Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück startete die französische Gruppe nun mit vielen Eindrücken aus Mittelfranken ihre Rückreise.
Alle Lehrkräfte stehen voll hinter diesem Austausch und möchten ihn noch sehr lange fortsetzen. Dafür nehmen wir auch die recht lange Busfahrt jedes Jahr in Kauf.
Wie immer verging diese Woche sehr schnell und alle Beteiligten freuen sich schon auf die nächste Austauschrunde im Jahr 2026.
Bericht: W. Hein (FL)
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