Antisemitismusprävention - Aufklärung über jüdisches Leben in Ansbach
Die Klasse BIK c unternahm am 29. Januar 2026 einen Unterrichtsgang zur Ansbacher Synagoge, die 1732 von Leopold Retty gebaut wurde. Sie überstand die Reichspogromnacht unbeschadet, da ein Feuer die Häuser der Innenstadt sehr gefährdet hätte. Ihre Fenster sind genauso groß wie die Fenster der Gumbertuskirche, dies ist ein Zeichen, dass sie vom selben Baumeister errichtet wurde: Leopoldo Retty. Die Synagoge ist inzwischen ein wichtiges, kulturelles Museum, das zusammen mit dem Infozentrum Dienerhaus ehrenamtlich von der Frankenbuch-Gruppe Ansbach ehrenamtlich betrieben wird.
Wir erhielten von unserem Führer, Herrn Diezinger, wichtige Informationen über den jüdischen Glauben und das jüdische Leben. Z. B. erfuhren wir, dass in Deutschland ca. 100.000 Juden leben. Der Davidstern bedeutet, dass Gott und Mensch untrennbar zusammengehören. Der 7-armige Kerzenhalter steht als Symbol dafür, dass Gott die Welt in 7 Tagen erschaffen hat. Jede Synagoge muss ein Fenster haben, das nach Osten zeigt. Am Freitagabend beginnt in jüdischen Familien der Sabbat, der Ruhetag: am Samstag wird nicht gearbeitet und es gibt z. B. Zeitschaltuhren am Herd, damit der Herd sich automatisch einschaltet.
Herr Diezinger stellte im Laufe der Führung immer wieder Verbindungen her zwischen dem Judentum, dem Christentum und dem Islam, was die Schülerinnen und Schüler sehr interessierte. Wie auch im Islam sind Männer und Frauen im Gotteshaus getrennt. Im jüdischen Glauben müssen die Männer samstags zum Beten in die Synagoge gehen. Die Frauen dürfen während des Gottesdienstes gehen, um sich zu Hause um die Kinder zu kümmern.
In einer Synagoge, die als Gotteshaus benutzt wird, müssen 5 Thora-Rollen untergebracht sein. Eine Thora-Rolle kostet 50.000 Euro. In den Thora-Rollen sind alle 613 Ge- und Verbote aufgeschrieben. Herr Diezinger zeigte uns die Chanukkia, den achtarmigen Leuchter, bei dem die Kerzen für die acht Tage stehen, in denen das Chanukka, das Lichterfest, gefeiert wird.
Wir durften die alte Mikwe, das Ritualbad, besichtigen. Die dunklen und feuchten Räume mit dem Tonnengewölbe wurden im 19. Jahrhundert aufgelassen und im Hof entstand ein neues, modernes Bad. Interessiert betrachteten die Schülerinnen und Schüler den an der Wand der Synagoge angebrachten Chuppa-Stein, den Hochzeitsstein. Das Brautpaar warf ein Glas an den Stein, was Glück bringen sollte.
Geduldig beantwortete Herr Diezinger alle Fragen der Schülerinnen und Schüler. Es folgte der dringende Apell, dass kein Mensch wegen seines Glaubens verfolgt und getötet werden darf!
Zum Abschluss der Führung zeigte uns Herr Diezinger die in Ansbach verlegten Stolpersteine. Sie erinnern an jüdische Menschen in Ansbach, die verfolgt, misshandelt, ermordet wurden. Auf der Website der Synagoge Ansbach kann man die Biografien nachlesen.
Bericht und Fotos: Inge Bühler-Saal, StDin a. D., Claudia Geißler-Kraft, Pädagogin
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