Antisemitismusprävention - Aufklärung über jüdisches Leben in Ansbach
Die Klasse BIK d unternahm am 27. Februar 2026 einen Unterrichtsgang zur Ansbacher Synagoge, die 1732 von Leopold Retty gebaut wurde. Der Unterrichtsgang fand im Rahmen des Projektes „Antisemtismusprävention“ statt. Bei dem Projekt geht es darum, die Schülerinnen und Schüler für die Gemeinsamkeiten verschiedener Religionen zu sensibilisieren. Kein Mensch darf jemals wieder wegen seines Glaubens verfolgt, misshandelt oder getötet werden. Die Klasse wurde bei dem Unterrichtsgang von den beiden Projektleiterinnen, Frau Geißler-Kraft und Frau Bühler-Saal, begleitet.
Herr Diezinger führte uns durch die Synagoge. Sie überstand die Reichspogromnacht unbeschadet, da ein Feuer die Häuser der Innenstadt sehr gefährdet hätte. Die Synagoge ist inzwischen ein wichtiges, kulturelles Museum, das zusammen mit dem Infozentrum Dienerhaus ehrenamtlich von der Frankenbuch-Gruppe Ansbach betrieben wird.
Herrn Diezinger gab uns wichtige Informationen über den jüdischen Glauben und das jüdische Leben in Ansbach. Er stellte im Laufe der Führung immer wieder Verbindungen her zwischen dem Judentum, dem Christentum und dem Islam. Z. B. wie auch im Islam sind Männer und Frauen im Gotteshaus getrennt. Im jüdischen Glauben müssen die Männer samstags zum Beten in die Synagoge gehen. Die Frauen dürfen während des Gottesdienstes gehen, um sich zu Hause um die Kinder zu kümmern.
Wir durften die Mikwe, das Ritualbad, besichtigen. Herr Diezinger erklärte uns, wann Männer und Frauen das rituelle Bad nehmen. Geduldig beantwortete Herr Diezinger alle Fragen der Schülerinnen und Schüler. Es folgte der dringende Apell, dass kein Mensch wegen seines Glaubens verfolgt und getötet werden darf!
Herr Diezinger zeigte uns vor der Synagoge einige der in Ansbach verlegten Stolpersteine. Sie erinnern an jüdische Menschen, die in Ansbach lebten und verfolgt, misshandelt oder ermordet wurden. 6 Millionen Menschen jüdischen Glaubens wurden während des NS-Regimes ermordet. Auf der Website der Synagoge Ansbach kann man die Biografien der ehemals Ansbacher Bürgerinnen und Bürger nachlesen.
Zum Abschluss durften wir den Herrieder Torturm besteigen. Im Torturm waren in den Nachkriegsjahren Flüchtlingsfamilien untergebracht. Man nutzte jede Wohnmöglichkeit, da der Wohnraum knapp war. Heute sind im Turm der Kunstverein Ansbach e. V. und die Ansbacher Ortsgruppe des Frankenbundes untergebracht. Die Mühe des Aufstiegs lohnte sich: der Blick über die Ansbacher Altstadt ist atemberaubend.
Bericht und Fotos: Inge Bühler-Saal, StDin a. D., Claudia Geißler-Kraft, Pädagogin
Wichtige Termine
Kontakt
Staatliches Berufliches Schulzentrum Stammschule Ansbach
Förderschwerpunkt Lernen
Brauhausstraße 9 b
91522 Ansbachr
Downloads