Staatliches Berufliches
Schulzentrum Ansbach-Triesdorf

Syn 17Am 02.10.2025 begannen Frau Geißler-Kraft und Frau Bühler-Saal im Rahmen des Projekts zur Kriminalprävention mit den Unterrichtsgängen zur Synagoge in Ansbach.
Herr Diezinger begrüßte die Klasse BIKe vor der Synagoge und erklärte, dass die Synagoge in der Reichspogromnacht aufgrund der Nähe zu den Häusern in der Altstadt nicht abgebrannt werden konnte. Sie hat die Kriegsjahre fast unbeschadet überstanden. Seit 1964 ist die Synagoge, die 1744 erbaut wurde, ein Museum. Er zeigte den Schülerinnen und Schülern die Kippa, die Kopfbedeckung jüdischer Männer.

In der Synagoge stellte er viele Parallelen zu anderen Glaubensrichtungen, vor allem zum Islam, her: z. B. die Ausrichtung nach Osten, die hebräische Schrift, die von rechts nach links geschrieben wird, die Frauen sitzen von den Männern getrennt, damit die Männer nicht von der Schönheit der Frauen abgelenkt werden.
Im Judentum gibt es 613 Regeln bzw. Ge- und Verbote. Die Menora, der 7-armige Leuchter, ist das Symbol dafür, dass Gott die Welt in 6 Tagen erschaffen hat, der 7. Tag ist der Ruhetag, der bei den Juden am Freitagabend beginnt. Am Sabbat darf nicht gearbeitet werden.
Herr Diezinger verwies auf weitere Symbole, die in der Synagoge zu finden sind. Der Löwe, der auch in der Flagge Jerusalems zu finden ist, ist ein Symbol für die Abstammung vom Stamm Juda, der Granatapfel hat 613 Kerne – es gibt 613 Gebote.
Interessant war auch, dass eine Thorarolle 50.000 Euro kostet. In einer Synagoge, die als Gotteshaus genutzt wird, werden 5 Thorarollen gebraucht, so dass die Gemeinde 250.000 Euro aufbringen muss. Damit ein Gottesdienst stattfinden kann, müssen außerdem 10 erwachsene Männer (ab 13 Jahren) anwesend sein.
Besonderes Interesse fanden bei den Schülerinnen und Schülern der Hochzeitsstein, Chuppa, und das Ritualbad, die Mikwe. Hier konnten bei dem fließenden Wasser des Mühl- oder Stadtbaches, die rituellen Waschungen vorgenommen werden.
Herr Diezinger machte die Klasse auf die Stolpersteine aufmerksam und erklärte deren Bedeutung. Es sind inzwischen 138 Stolpersteine in Ansbach verlegt – zum Gedenken an ehemalige jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Bericht und Fotos: Inge Bühler-Saal, StDin a.D., Claudia Geißler-Kraft, Pädagogin

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.