Staatliches Berufliches
Schulzentrum Ansbach-Triesdorf

Informationen zur Beschulung in BI-Klassen

Allgemeines

Viele unserer BAF-Schülerinnen und Schüler kommen aus Syrien, dem Irak, aus Afghanistan, aus Somalia, Eritrea und aus Äthiopien. Viele von ihnen sind noch keine 18 Jahre alt und sind alleine hier. Ihre Eltern sind oft noch im Heimatland. Manche waren monatelang oder sogar jahrelang auf der Flucht. Alle von ihnen haben eine Vergangenheit, die von Krieg, Gewalt, Gefängnis, Misshandlung und auch Folter geprägt war.
In unseren BIK (Berufsintegrations-Klassen) lernen sie vorrangig die deutsche Sprache. Sie lernen aber auch die Regeln für ein friedliches Zusammenleben in Deutschland. In betrieblichen Praktika erfahren sie, wie in deutschen Betrieben gearbeitet wird. In vielen gemeinsamen Projekten mit unseren Berufsfachschulklassen und anderen Schularten, bei unserem jährlichen Tag der Begegnung, der von der SMV organisiert wird, werden neue Kontakte geknüpft und das gegenseitige Verständnis füreinander geweckt. Vielleicht entstehen auch neue Freundschaften.
Einige unserer Schülerinnen und Schüler haben erst jetzt die Chance, lesen und schreiben zu lernen. In ihrem Heimatland gab es oft keine Schulen, die Schulen waren zu weit weg – oder sie sind Mädchen und durften nicht in die Schule gehen.
Unsere BAF-Schülerinnen und Schüler sind dankbar dafür, dass sie bei uns Sicherheit finden und mit Respekt behandelt werden. Viele von ihnen äußern den Wunsch, dass sie gerne etwas an Deutschland zurückgeben würden: „Ich bin nicht hier um zu schlafen und zu essen, ich bin hier, um zu arbeiten und um etwas zu leisten“ – Zitat eines Schülers.

Aufnahmebedingungen

Am BSZ Ansbach werden berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge, sowie Migranten ohne anerkannten Schulabschluss und ohne ausreichende Deutschkenntnisse, im Alter von 16 bis 21 Jahren - in Ausnahmefällen bis 25 Jahren - aufgenommen.
Die Schülerinnen und Schüler haben ihren Wohnsitz in der Stadt oder im Landkreis Ansbach. Schülerinnen und Schüler aus dem Raum Rothenburg bzw. Dinkelsbühl besuchen die dortigen Berufsschulen. (Bitte wenden Sie sich in diesem Fall an die Berufsschule Rothenburg, Tel. 09861 - 976690).
Die Schülerinnen und Schüler absolvieren zunächst einen Einstufungstest am BSZ Ansbach und werden je nach ihren Vorkenntnissen in die Klassen eingeteilt. Nicht-alphabetisierte Schülerinnen und Schüler werden in einer eigenen Klasse beschult.

Organisation des Unterrichts

Unter der Abkürzung „BAF“ versteht man Klassen für „berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge“, die im Schuljahr 2013/2014 an ausgewählten Schulstandorten in Bayern – so auch am BSZ Ansbach – eingerichtet wurden und mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert wurden. Im Schuljahr 2015/2016 wurden die BAF-Klassen in BIJ/V (Berufsintegrationsjahr - Vorbereitungsklasse) und BIJ (Berufsintegrationsjahr) umbenannt.
Mit Beginn des Schuljahres 2016/2017 heißen die Klassen BIK/V (Berufsintegrationsklasse – Vorklasse) und BIK (Berufsintegrationsklasse).

Im Schuljahr 2016/2017 bilden wir drei neue BIK/V-Klassen, die beiden Halbjahresklassen vom Februar 2016 werden weiterhin als 10. Klassen geführt. Unsere bisherigen 10. Klassen werden in drei 11. Klassen weitergeführt. Die Beschulung erfolgt hauptsächlich vormittags an fünf Tagen in der Woche. Es unterrichten in unseren Klassen Lehrkräfte des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Ansbach und unseres Kooperationspartners, dem Kolping-Bildungszentrum Ansbach.

Unser Hauptziel: Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, um eine optimale Integration in das gesellschaftliche Leben zu ermöglichen.

In der Vorklasse (10. Klasse) liegt das Hauptziel im Spracherwerb der deutschen Sprache in Wort und Schrift. Deutsch als Zweitsprache (DAZ) wird von speziell ausgebildeten DAZ-Lehrkräften unseres Kooperationspartners, dem Kolping-Bildungszentrum Ansbach, und des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums unterrichtet. Weitere Unterrichtsfächer sind ab dem Schuljahr 2016/2017: „Mathematik und Rechnen“, „Bildungssystem und Berufswelt“, „Persönlichkeitsentwicklung, Selbstorganisation und soziales Handeln“, „Wertebildung und Leben in Deutschland“, „Alltagskompetenzen“, „Alphabetisierung“.

Im zweiten Jahr (11. Klasse) liegt der Schwerpunkt weiterhin auf dem Spracherwerb der deutschen Sprache in Wort und Schrift. Die weiteren Unterrichtsfächer entsprechen denen der Vorklasse. Im fachpraktischen Unterricht, den der Kooperationspartner übernimmt, werden u. a. die Bereiche Holz, Metall, Versorgungsküche, Raum- und Textilpflege, Agrarwirtschaft unterrichtet. Außerdem absolvieren unsere Schülerinnen und Schüler Berufspraktika, die von unserem Kooperationspartner organisiert und betreut werden. Hier sollen sie vor allem Kontakte zu Betrieben bekommen und den deutschen Berufsalltag kennen lernen. Unser Ziel ist die Erlangung der Berufsausbildungsreife.

Alle Schülerinnen und Schüler werden durch Fachkräfte des Kooperationspartners sozialpädagogisch betreut.

Unsere vier zweiten Klassen (BIJ 2a, 2b, 2c und 2d) wurden im Schuljahr 2015/2016 durch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert.

ESF Poster

Zeugnisse und Abschlüsse

Bescheinigungen:
Die 10. Klassen (BIK/V) erhalten zum Halbjahr und zum Schuljahresende eine Bescheinigung.
Erfolgreicher Abschluss der 11. Klasse (BIK):
Die BIK ist mit Erfolg abgeschlossen, wenn der Unterricht regelmäßig besucht wurde. Außerdem darf in nicht mehr als zwei Fächern eine schlechtere Note als 4 erzielt worden sein. Notenausgleich KANN zugebilligt werden, wenn in nicht mehr als drei Fächern eine schlechtere Note als 4 erzielt wurde und in mindestens zwei Fächern die Note 3 erreicht wurde (§45 BSO).
Erfolgreicher Mittelschulabschluss:
Die Berechtigung des erfolgreichen Mittelschulabschlusses wird verliehen, wenn die 11. Klasse (BIK) erfolgreich abgeschlossen wurde und in allen Fächern mindestens die Note 4 erreicht wurde. Notenausgleich KANN gewährt werden, wenn in nicht mehr als einem Fach eine schlechtere Note als 4 erzielt wurde und in mindestens zwei Fächern die Note 3 erreicht wurde (§ 45 BSO).
Die Berechtigung des erfolgreichen Mittelschulabschlusses wird nicht verliehen, wenn das Zeugnis anstelle einer Note den Vermerk „Entfällt mangels Leistungsnachweises“ enthält.
Deutschniveau:
Im Zeugnis der 11. Klasse wird das bisher erreichte Deutschniveau angegeben.
Externe Quali-Prüfung:
Für das Schuljahr 2016/2017 ist ein Vorbereitungskurs für die externe Quali-Prüfung für besonders geeignete Schülerinnen und Schüler geplant.